Familiengeschichte

Drei Generationen der Familie Mare — zwei Geigenbaumeister und ein Cellist

7. Juli 2026

Drei Generationen der Familie Mare — zwei Geigenbaumeister und ein Cellist

In Reghin, der „Stadt der Geigen“, ist der Name Mare mit drei Generationen verbunden, die dem Holz auf unterschiedliche Weise zuhören. Vasile und Aurelian bauen es. Eduard spielt es. Es ist dieselbe Geschichte, erzählt in drei Stimmen.

Vasile: vom Lehrling zum Meister

Alles beginnt 1970, als Vasile Mare mit achtzehn Jahren in die Musikinstrumentenfabrik Hora in Reghin eintritt. Parallel zur Arbeit besucht er die Berufsschule und das Abendgymnasium und erlernt das Handwerk von den erfahrenen Geigenbauern der Fabrik.

Ab 1982 widmet er sich ausschließlich dem Bau von Meisterinstrumenten — ein Instrument wird nicht mehr in Serie gefertigt, sondern eines nach dem anderen, mit Geduld. In mehr als vier Jahrzehnten an der Werkbank hat er über 500 Instrumente gebaut — überwiegend Geigen, dazu etwa 100 Bratschen und 50 Celli. Jedes verlässt die Werkstatt mit einem Echtheitszertifikat — ausführliche Dokumentation und Farbfotografien.

Das Holz wird mit Sorgfalt ausgewählt und mit noch mehr Geduld erwartet: Klangfichte für die Decken, Riegelahorn für Böden, Hälse und Zargen, Ebenholz für die Beschläge — mindestens 15 Jahre natürlich gelagert, bevor der Beitel sie überhaupt berührt.

Vasile fasst alles in einem einzigen Satz zusammen, den er den Besuchern der Werkstatt unzählige Male gesagt hat: „Ich wollte nie expandieren. In dem Moment ist es kein Meisterinstrument mehr, sondern Serienproduktion. Man muss in jedes Instrument Seele legen, damit es gut wird, damit es schön klingt.“

1990 wird er Gründungsmitglied des Verbands der Geigenbaukünstler Rumäniens, und die Diplome aus Mittenwald (1993, 1997, 2001, 2005), Cremona (1994) und Reghin (2001) bestätigen Jahr für Jahr ein Handwerk, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus anerkannt ist.

Aurelian: die zweite Generation

Geboren 1981, wächst Aurelian buchstäblich inmitten von Holz und Geigenbauwerkzeug auf. Er schließt die Bildhauerschule in Târgu-Mureș ab und tritt als Lehrling in die Werkstatt seines Vaters ein, wo er nach und nach jede Phase des Baus meistert — von der Auswahl des Holzes bis zur letzten Lackschicht.

Die Anerkennung kommt 2012, als er beim Internationalen Geigenbauwettbewerb in Reghin den 1. Platz in der Kategorie Bratsche gewinnt — die erste bedeutende internationale Auszeichnung der zweiten Generation. Es folgen eigene Diplome aus Mittenwald, Cremona, Reghin, Sofia und Veszprém, gesammelt zwischen 2005 und 2022, die einen beständigen Weg bestätigen, kein einzelnes Ergebnis.

Heute arbeiten Vasile und Aurelian beide in der Werkstatt in Reghin — Vater und Sohn, zwei Geigenbaumeister unter einem Dach.

Eduard: die Generation, die spielt

Mit Eduard, Aurelians Sohn, nimmt die Familiengeschichte eine unerwartete Wendung. Er ist die erste Generation der Mares, die die Instrumente nicht baut, sondern spielt — ein Cellist, kein Geigenbauer.

Seine Verbindung zur Werkstatt bleibt jedoch ebenso eng wie die seines Großvaters und seines Vaters: Das 7/8-Cello „Eduard“, 2023 eigens für ihn gebaut, kam direkt aus der Werkstatt seines Großvaters. Es ist ein Instrument, gefertigt mit derselben Sorgfalt für Holz und Klang wie jedes andere in der Kollektion, aber mit einer anderen Bestimmung — nicht die Vitrine eines Kunden, sondern die Hände des Enkels.

So sieht die Familie Mare heute aus: drei Generationen in der Musik, zwei Paar Hände, die bauen, und eines, das spielt. Jedes Instrument, das die Werkstatt in der Sălciilor-Straße verlässt, trägt dieselbe Philosophie weiter — Holz, jahrelang geduldig gelagert, von Hand bearbeitet, mit Seele.